Factoring von A-Z

Wissenswertes rund um das Thema Forderungsverkauf und -management

  • A

  • Ausfallrisiko

    Risiko des teilweisen oder vollständigen Forderungsverlusts wegen der Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers (Debitors). Der Factor übernimmt das Ausfallrisiko zu hundert Prozent regresslos.
  • Außenstände

    Unbezahlte Rechnungen, die den Liquiditätsstatus belasten. Betriebswirtschaftlich gesehen totes Kapital, das sich mit Hilfe von Factoring problemlos aktivieren lässt.
  • B

  • BaFin

    Factoring gehört zum Katalog der nach dem Kreditwesengesetz erlaubnispflichtigen Finanzdienstleistungen. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) ist zuständig für die Erteilung einer Erlaubnis und für die Beaufsichtigung von Factoring-Gesellschaften.
  • BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand e.V.

    Der BFM ist die Interessenvertretung und Kommunikationsplattform für das mittelständische Factoring in Deutschland. Zweck der Verbandsarbeit ist es, über Factoring und seine Wirksamkeit zu informieren, zudem bestmögliche Rahmenbedingungen mitzugestalten.
  • Bonität

    Kreditwürdigkeit von Geschäftspartnern. Die laufende Bonitätsprüfung der Debitoren gehört zum Service des Factors.
  • Branchen

    Bei der Aufsicht über Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute arbeitet die BaFin mit der Deutschen Bundesbank zusammen. Daher sind Factoring-Gesellschaften in Deutschland auch durch die Bundesbank reguliert und ihr gegenüber berichtspflichtig.
  • Bundesbank

    Bei der Aufsicht über Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute arbeitet die BaFin mit der Deutschen Bundesbank zusammen. Daher sind Factoring-Gesellschaften in Deutschland auch durch die Bundesbank reguliert und ihr gegenüber berichtspflichtig.
  • D

  • Debitorenbuchhaltung

    Kundenbuchhaltung: Die Überwachung und Buchung der Zahlungseingänge werden im Rahmen des Factoring-Vertrags vom Factor übernommen.
  • Debitorenmanagement

    Umfasst Debitorenbuchhaltung, regelmäßige Bonitätsprüfung, Mahnwesen und Inkasso. Für Unternehmen ist das Debitorenmanagement häufig mit erheblichem Zeit- und Personalaufwand verbunden. Die Entlastung durch Übernahme des Debitorenmanagements gehört zum Serviceangebot des Factors.
  • Delkredere

    Haftung des Factors für teilweisen oder vollständigen Forderungsverlust durch Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers. Die Zahlungsunfähigkeit gilt nach einer festgelegten Frist ohne besonderen Nachweis als eingetreten, wenn der Abnehmer nicht gezahlt und keine Einwände gegen seine Zahlungspflicht erhoben hat.
  • E

  • Export-, Importfactoring

    Factoring für grenzüberschreitende Waren- und Dienstleistungsgeschäfte, bei denen Unternehmen (Exporteure, Importeure) die Leistungen eines Factors in Deutschland in Anspruch nehmen. Die Factoring-Anbieter wickeln Factoring entweder direkt oder unter Einschaltung eines Korrespondenzpartners in den jeweiligen Exportländern ab.
  • F

  • Factoring

    Unter Factoring versteht man den Kauf von Geldforderungen aus abgeschlossenen Warenlieferungen und Dienstleistungen. Factoring dient der kurzfristigen Umsatzfinanzierung und dem hundertprozentigen Schutz vor Forderungsausfällen. Zum Factoring gehört ein effizientes Debitorenmanagement.
  • Factoring-Entgelt

    Preis für die Übernahme des Ausfallrisikos und des Debitorenmanagements durch den Factor. Er richtet sich nach Risiko, Arbeitsaufwand sowie Volumen und liegt meist im Skontobereich.
  • Factoring-Gesellschaft (Factor)

    Anbieter der komplexen Finanzdienstleistung Factoring, zu der neben kurzfristiger Umsatzfinanzierung auch hundertprozentige Absicherung vor Forderungsausfällen und in vielen Fällen die Übernahme des Debitorenmanagements gehören. Die in Deutschland tätigen Factors bieten ihren Kunden neben dem Standard-Factoring, auch Full-Service-Factoring genannt, eine Vielfalt bedarfsgerechter Factoring-Varianten.
  • G

  • Geldforderungen

    Außenstände aus Warenlieferungen und Dienstleistungen. Ohne die Nutzung von Factoring sind sie für den Lieferanten bis zur endgültigen Bezahlung mit einem Ausfallrisiko verbunden. Durch Verkauf seiner Geldforderungen an den Factor erhält der Lieferant sofort Liquidität.
  • Gemeinsamer europäischer Markt

    Durch den gemeinsamen europäischen Markt hat sich der Wettbewerb, vor allem für mittelständische Unternehmen, verschärft. Gleichzeitig haben sich neue Marktchancen eröffnet. Factoring bietet Unternehmen den Vorteil, ihren Kunden die im Ausland üblichen längeren Zahlungsziele einräumen zu können und sich gegen hohe Ausfallrisiken abzusichern.
  • I

  • Insolvenzordnung

    Seit 1999 gilt in Deutschland die neue Insolvenzordnung (InsO), aktualisiert durch die Änderungen vom 1. März 2012. Die InsO schränkt die Sicherungsrechte von Banken und Sparkassen für eingeräumte Kredite weiter ein. Wegen der Besonderheiten des Geschäftsmodells ist die Forderungsfinanzierung durch Factoring-Gesellschaften von der neuen Insolvenzordnung nicht betroffen.
  • Internationale Kooperation

    Factoring-Gesellschaften wickeln internationales Factoring häufig in Zusammenarbeit mit Korrespondenzpartnern in den jeweiligen Ländern ab. Weltweit operieren zwei internationale Factoring-Kooperationen: Factors Chain International (FCI) und International Factors Group (IFG).
  • K

  • Kreditversicherung / Warenkreditversicherung

    Auch der Abschluss einer Kreditversicherung dient dazu, sich vor Ausfallrisiken zu schützen. Im Unterschied zum Factor übernimmt die Versicherung das Risiko nicht zu hundert Prozent. Prämien für eine Kreditversicherung können bei der Zusammenarbeit mit einem Factor eingespart werden.
  • Kunden des Factors

    Vorwiegend mittelständische Unternehmen aus mehr als 30 Branchen mit Umsatzwachstum und gewerblichen Abnehmern: Es kann sich dabei um Hersteller, Großhändler oder Dienstleister handeln.
  • L

  • Liquidität

    Wird vom Factor bereitgestellt: betriebswirtschaftliche Grundbedingung für soliden geschäftlichen Erfolg, häufig durch hohe Außenstände gefährdet.
  • M

  • Mahnwesen

    Teil des Debitorenmanagements, das bei den meisten Factoring-Varianten auf den Factor übertragen wird.
  • N

  • Nutzen des Factorings

    Verbesserte Liquidität durch Abbau der Außenstände, Einsparungen beim Einkauf durch Skonti und Rabatte, hundertprozentige Sicherheit vor Zahlungsausfällen, Kostenersparnis für das Debitorenmanagement, laufende Bonitätskontrolle der Debitoren, Wegfall der Kosten für eine Kreditversicherung, zusätzlich Verbesserung der Bilanzstruktur, Verbesserung des Standings bei Banken und Lieferanten.
  • O

  • Offenes Factoring

    Die im Mittelstand vorherrschende Form des Factorings, bei der die Debitoren über die künftige Zusammenarbeit mit dem Factor informiert werden.
  • Online-Factoring

    Abwicklung des papierlosen Factoring-Verfahrens unter Verwendung moderner Datenübertragungstechniken.
  • Ottawa-Konvention

    Seit 1998 gilt die Ottawa-Konvention über internationales Factoring in Deutschland. Sie geht mit ihrem Regelungsinhalt weit über das Factoring-Geschäft hinaus, da sie die Abtretung von Forderungen im grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr generell vereinheitlicht und vereinfacht und dadurch die Finanzierung des Exports erleichtert.
  • Outsourcing

    Auslagerung einzelner Betriebsfunktionen an spezialisierte Dienstleister, dadurch Rationalisierungseffekt. Factoring ermöglicht das Outsourcing des kosten- und personalintensiven Debitorenmanagements.
  • R

  • Rabatte

    Bringen Kostenersparnis beim Einkauf, lassen sich in der Regel durch Barzahlung erzielen. Vorteilhafte Einkaufskonditionen sind ohne ausreichende Liquidität kaum möglich.
  • Risikoübernahme

    Wichtige Leistung im Rahmen des Factorings: Der Factor übernimmt im Gegensatz zur Warenkreditversicherung das Risiko zu 100 Prozent regresslos. Er trägt also das volle Ausfallrisiko bei Insolvenz des Abnehmers ohne speziellen Nachweis (angenommener Delkrederefall).
  • S

  • Service des Factors

    Umfasst auf Wunsch das gesamte Debitorenmanagement und weitere Teilleistungen, z.B. Informationen über das Zahlungsverhalten der Debitoren.
  • Sicherheitseinbehalt

    Dient dem Factor zum Ausgleich von Rabatten, Skonti oder eventuellen Mängeleinreden durch Debitoren.
  • Stilles Factoring

    Beim stillen Factoring-Verfahren wird die Forderungsabtretung dem Debitor gegenüber nicht offen gelegt.
  • U

  • Unechtes Factoring

    Das unechte Factoring beinhaltet keine Delkrederefunktion. Es zielt lediglich auf Bevorschussung. Daher kann der Factor bei Zahlungsunfähigkeit des Debitors auf seinen Kunden, den Factoring-Nehmer, zurückzugreifen.
  • Z

  • Zahlungsziele

    Zahlreiche Unternehmen räumen ihren Kunden großzügige Zahlungsziele ein und schaffen sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Für sie eignet sich Factoring besonders.
  • Zukunft

    Factoring ist heute aus der internationalen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Unternehmen nutzen diese komplexe Finanzdienstleistung zur Umsatzförderung und Existenzsicherung, unter ihnen auch viele Mittelständler in Deutschland.