Gislinde Sander

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Marktveränderungen durch die Pandemie

Factoring im Mittelstand: Marktveränderungen durch die Pandemie / 2021 wachsender Umsatz und neue Nutzer erwartet 

Im Corona-Jahr 2020 hat sich der Markt für Factoring im Mittelstand nahe an den Trends der Gesamtwirtschaft bewegt. Anders als in den Vorjahren, die durch ein wachsendes Volumen der Forderungsankäufe gekennzeichnet waren, bilden die Ergebnisse 2020 ein breites Spektrum ab. „Die Umsatzentwicklungen der von uns befragten Factoring-Gesellschaften variieren von minus 28 Prozent bis plus 45 Prozent“, berichtet Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM). Hintergrund: Der Markterfolg der Anbieter wird wesentlich davon mitbestimmt, wie stark die einzelnen Factoring-Nutzer und ihre Branchen von der Pandemie betroffen sind.

„Die meisten Mitglieder konnten nicht an die guten Geschäftsergebnisse des Vorjahres anknüpfen. Dennoch ist der Blick auf die kommenden Monate überwiegend zuversichtlich“, fasst Ritter die Ergebnisse der Verbands- umfrage zusammen. So gehen neun von zehn Factoring-Gesellschaften von einem Wachstum (58 Prozent) oder gleichbleibenden Umsätzen (32 Prozent) aus. Deutliche Impulse werden 2021 aus dem Neugeschäft erwartet: 58 Prozent der BFM-Mitglieder rechnen mit einem erhöhten Ankaufsniveau durch neue Kunden, 37 Prozent mit einer konstanten Entwicklung in diesem Bereich. Mehr als 83 Prozent sind sicher, dass gesamtwirtschaftlich die Nachfrage nach Factoring steigen wird. Das Instrument könne auch zur Erholung von Unternehmen beitragen, deren Umsätze nach pandemiebedingten Rückgängen wieder anspringen, so Ritter. „Das zu erwartende Wachstum wird schnelle und umsatzkongruente Liquidität brauchen, auch unabhängig von Kreditlinien.“

 

Geprägt von der Krise: Forderungslaufzeiten und Insolvenzen

Rund 89 Prozent der befragten Factoring-Experten gehen davon aus, dass es 2021 zu einem Anstieg der Debitoreninsolvenzen kommen wird. Zwei Drittel (67 Prozent) erwarten zudem verlängerte Forderungslaufzeiten. Die Sicherheitsfunktion von Factoring rückt daher in den Blick der Finanzentscheider. 45 Prozent erklären in einer repräsentativen Studie des

BFM, der regresslose Schutz vor Forderungsausfall sei ein zentraler Vorteil dieser Finanzierungsform. Auch die Unsicherheiten gegenüber Factoring – ein wesentliches Hemmnis, das Instrument im eigenen Betrieb zu nutzen – gehen zurück. Räumten 2017 noch 75 Prozent der Entscheider eine unzureichende Vertrautheit mit Factoring ein, sind es derzeit 62 Prozent. 

 

Über den BFM

Der Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) ist die zentrale Interessenvertretung mittelständischer Factoring-Gesellschaften in Deutschland. In dem Verband haben sich qualitätsorientierte, oft inhabergeführte Gesellschaften organisiert, die auf die Umsatz- finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen spezialisiert sind. www.bundesverband-factoring.de

 

 

Berlin, 2. März 2021

Pressekontakt: Gislinde Sander, Sander Public Relations, Tel. 040-39902919, E-Mail: agentur(at)sanderpr.de

Quellen: Verbandsumfrage (Umsätze 2020 und Geschäftserwartungen 2021 der BFM-Mitglieder, Stand 31.12.2020) und BFM Factoring-Studie 2021, durchgeführt vom Institut KANTAR: repräsentative Befragung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von unter 50 Millionen Euro. 1.685 Interviews im November 2020.

Mittelstandsfinanzierung: Strategien und Hemmnisse in Krisenzeiten

Repräsentative Studie 

  • 49% der KMU wollen Bindung zur Hausbank lockern, 42% befürworten Mix der Instrumente, 14% prüfen neue Lösungen
  • 92% finden persönlichen Austausch mit Finanzpartnern wichtig
  • 62% noch unsicher beim Thema Factoring, 45% schätzen den Schutz vor Zahlungsausfall, 43% eine umsatzkongruente Finanzierung

Wie finanzieren sich kleine und mittlere Unternehmen in wirtschaftlich angespannten Zeiten? Jeder zweite Entscheider (49%) in KMU wünscht sich mehr Unabhängigkeit von der Hausbank. Coronabedingt sind 14% aktiv geworden und haben neue Instrumente geprüft, zum Beispiel Factoring. In der Umsatzgrößenklasse 2,5 bis 50 Mio. Euro war fast jeder Vierte (23%) durch die Krise mit Finanzierungsalternativen befasst, bei den Branchen vor allem Im- und Export (24%), Handel (19%) und Bau (19%). Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM). 

Vier von zehn Befragten halten es für sinnvoll, sich bei der Liquiditäts- beschaffung breiter aufzustellen. Eine ausgewogene Finanzierung umfasse neben Eigen- und Fremdkapital auch Beteiligungen, Factoring und Leasing, so 42%. Unabhängig von den Instrumenten: Einen persönlichen Kontakt zu den Finanzpartnern findet die große Mehrheit (92%) der Entscheider wichtig. 

Wenig Erfahrung mit Factoring / Mehr Liquidität und Sicherheit 

Besonders offen für einen Mix der Instrumente sind Unternehmen der Größenklasse 2,5 bis 50 Mio. Euro (53%), ebenso die Branchen Im- und Export (60%) und das verarbeitende Gewerbe (52%). Geht es um die betriebliche Praxis, zeigt sich ein anderes Bild, etwa beim Factoring. Auch in der Krise setzt nur eine Minderheit der KMU die in Forderungen gebundene Liquidität unverzüglich frei. 62% der Entscheider sagen, sie wüssten zu wenig über Factoring, um es in ihrem Unternehmen anzuwenden. „Vor vier Jahren waren es noch 75%. Die Unsicherheit geht also deutlich zurück“, berichtet Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des BFM. „Wer schon Erfahrung mit Factoring hat, setzt es heute gezielter ein, um krisenrelevante Vorteile zu nutzen. Das sind zum einen die schnellen Mittelzuflüsse und der regresslose Schutz bei Zahlungs- ausfall, der mit dem Abtreten von Forderungen verbunden ist. Zum anderen können Factoring-Anwender ihren Kunden oftmals längere Zahlungsziele einräumen – ein Vorteil im Wettbewerb, gerade auch in der aktuellen Lage“, so Ritter.

Laut Studie halten 45% der Befragten die Sicherheitsfunktion für einen zentralen Vorteil von Factoring. Am stärksten wird der Ausfallschutz in den Branchen Bau (56%) und Dienstleistung (52%) geschätzt. Ähnliche Zustimmung findet das umsatzkongruente Prinzip von Factoring. Eine Finanzierung, deren Volumen automatisch mit dem Umsatz wächst, sei interessant für ihr Unternehmen, sagen 43% der Entscheider. Am höchsten ist die Zustimmung in den Bereichen Dienstleistung (55%) sowie Im- und Export (49%), ebenso in Unternehmen mit 2,5 bis 50 Mio. Euro Umsatz (55%). 

Digitalisierte Prozesse wie die Sofortauszahlung beim Factoring prägen auch immer stärker das Rechnungswesen. 39% der KMU planen die Nutzung von digitalen Rechnungsformaten, ermittelte der BFM. In der Umsatzgrößenklasse 2,5 bis 50 Mio. Euro sind es 62%, bei Unternehmen bis 2,5 Mio. Euro Umsatz 37%. 

Für die BFM Factoring-Studie 2021 wurden 1.685 kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland befragt. 

 

Berlin, 25. Januar 2021

 

 

Quelle: BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand / KANTAR. Repräsentative 

Befragung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von unter 50 Mio. Euro. Die Untersuchung auf Basis von 1.685 Interviews wurde im November 2020 durchgeführt.

Pressekontakt: Gislinde Sander, Sander Public Relations, Tel. 040-39902919, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Ehemaliger BFM-Vorstand Michael Boomhuis verstorben

Michael Boomhuis, unser ehemaliger Vorstandskollege, ist am 29. Oktober 2020 im Alter von 60 Jahren verstorben. Er gehörte zu den Gründern des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand im Jahr 2001 und hat sich in den folgenden Jahren, auch über die Vorstandsarbeit hinaus, in hohem Maße für unseren Verband engagiert. Als Geschäftsführer und Gesellschafter hat er über lange Zeit die Entwicklung der Hansekontor Maklergesellschaft mbH, Hamburg, mitgestaltet. Seine Arbeit war geprägt durch besondere Expertise und Begeisterung für Finanzierungsthemen.

Wir werden Michael Boomhuis in ehrenvoller Erinnerung behalten. Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen.

Branchenzahlen erstes Halbjahr 2020

Factoring im Mittelstand: 5,3 Prozent Plus trotz Coronakrise 

Geschäftserwartungen für das zweite Halbjahr abgeschwächt 

Der Markt für Factoring im Mittelstand zeigt sich auch unter dem Einfluss der Coronakrise robust. Im ersten Halbjahr 2020 nahm das Volumen der angekauften Forderungen um rund 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Im gesamten Geschäftsjahr 2019 hatte der Anstieg bei 8,7 Prozent gelegen. “Nach den pandemiebedingten Rückgängen im April und Mai 2020 war im Juni die Trendwende bei den Factoring-Umsätzen erreicht“, berichtet Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM). „Zwar gehen wir davon aus, dass sich im erfahrungsgemäß starken zweiten Halbjahr das Vorjahresniveau nicht erreichen lässt. Aber unser Geschäftsmodell der bankenunabhängigen Finanzierung und schnellen Bereitstellung von Liquidität bietet dem Mittelstand einen Nutzen, der gerade auch in Zeiten des wirtschaftlichen Neustarts gefragt ist.“

Marktentwicklung: 42 Prozent rechnen mit steigendem Umsatz

Wenn die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nicht verlängert wird, könnte es im vierten Quartal 2020 zu einer Welle von Anträgen kommen. „In vielen Fällen ist die Insolvenz eine Chance für die betroffene Firma. Dennoch halten wir es für wichtig, dass Unternehmen bei anhaltendem Umsatzrückgang weitere staatliche Hilfen bekommen. Die gesamte Risikolage erscheint uns derzeit noch unauffällig“, so Ritter. Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Verbandsumfrage wider. Für das restliche Geschäftsjahr sind die Erwartungen der mittelständischen Factoring-Gesellschaften verhalten positiv. Während zum Ende 2019 noch 66 Prozent der Befragten von wachsenden Umsätzen ausgingen, sind es derzeit 42 Prozent. Hinzu kommen 16 Prozent, die mit gleichbleibenden Umsätzen rechnen (zuvor 22 Prozent). Impulse durch das Neukundengeschäft erwarten insgesamt 84 Prozent, davon 58 Prozent mit steigenden und 26 Prozent mit gleichbleibenden Umsätzen in diesem Bereich.

Über den BFM

Der Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM) ist die zentrale und mitgliederstärkste Interessenvertretung für das mittelständische Factoring in Deutschland. In dem Verband haben sich qualitätsorientierte, oft inhabergeführte Factoring-Gesellschaften organisiert, die auf die Umsatzfinanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen spezialisiert sind. www.bundesverband-factoring.de

 

Berlin, 10. August 2020

 

Pressekontakt: Gislinde Sander, Sander Public Relations, Tel. 040-39902919, E-Mail: agentur(at)sanderpr.de

Quellen: Verbandsumfrage BFM (Umsätze und Geschäftserwartungen 1. Hj. 2020) und Sonderumfrage Corona des BFM (April bis Juni 2020)

Foto: Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Factoring für den Mittelstand (BFM)

Umfrage BFM: Forderungsvolumen erneut reduziert, aber Talsohle scheint erreicht

Wo steht das mittelständische Factoring drei Monate nach Beginn des Lockdowns in Deutschland? „Die zweite Erhebung unserer Corona-Umfrage hat die bisherige Entwicklung bestätigt: weniger Factoring-Umsatz, längere Laufzeiten und Zahlungsziele bei den Forderungen“, erklärt Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM). Das Volumen der eingereichten Forderungen hat um 15,5 Prozent abgenommen, davon -13,2 Prozent im April und -2,3 im Mai. Die Talsohle scheint erreicht, so die Einschätzung des Verbands. Gestiegene Forderungslaufzeiten bestätigten noch 38,9 Prozent der befragten Factoring-Gesellschaften (vorherige Umfrage: 52,4 Prozent) und eine Ausweitung der gewährten Zahlungsziele 55,6 Prozent (zuvor 57,1 Prozent). Die Refinanzierung für ihr eigenes Unternehmen verlaufe weiterhin problemlos, berichten die Mitglieder des BFM.

Die aktuelle Sonderumfrage des Verbands wurde zwischen dem 1. und 16. Juni 2020 erhoben, die erste Welle zwischen dem 7. und 18. Mai 2020.

 

Berlin, 25. Juni 2020

BFM mit neuem Auftritt: Zukunftsfinanzierung auf den Punkt gebracht

Der BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand e.V. präsentiert sich mit einem frischen Erscheinungsbild. Die Website wurde neu aufgesetzt, das Logo überarbeitet und ein Claim entwickelt: „Zukunftsfinanzierung auf den Punkt gebracht“, so der Anspruch. „Als Interessenvertretung und Kommunikationsforum ist der BFM die erste Adresse für mittelständische Factoring-Gesellschaften. Unsere Leistungen, die genau auf den Nutzen des Mittelstands ausgerichtet sind, möchten wir auch mit dem neuen Corporate Design noch besser sichtbar machen“, erklärt Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des Verbands. So wurden auf der neuen Website www.bundesverband-factoring.de eigene Bereiche für die Kompetenzcenter „Recht und Wirtschaft“, „IT – Informationstechnologie“ und „Finanzaufsicht / Compliance“ eingerichtet. Hintergrundinformationen sind in einem internen Bereich abrufbar, der nur den Verbandsmitgliedern zugänglich ist. Externe Besucher finden umfassende Informationen über die Aktivitäten des Verbands, über das Finanzierungsinstrument Factoring sowie führende mittelständische Anbieter, die sich mit ihren Leistungsprofilen vorstellen.  

Berlin, 23. Juni 2020

Umfrage BFM: Verlängerung von Forderungslaufzeiten und gewährten Zahlungszielen

Wie entwickelt sich das mittelständische Factoring in Zeiten von Corona? „Erste Trends lassen sich aus unserer Sonderumfrage ablesen. 

So bestätigen 57,1 Prozent der Factoring-Gesellschaften eine Ausweitung der gewährten Zahlungsziele und 52,4 Prozent einen Anstieg der Forderungslaufzeiten“, berichtet Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM). Hintergrund: Viele Factoring-Nutzer wünschen sich in der schwierigen Lage eine längere Ausnutzung von Linien. Sie müssen bei immer mehr Kunden mit Verzug rechnen oder möchten ihnen längere Zahlungsziele einräumen. „Die Umfrage zeigt, dass Factoring-Gesellschaften diesem Wunsch zum Teil folgen und damit die Handlungsfähigkeit ihrer Kunden stärken konnten. Voraussetzung ist allerdings eine entsprechende Limitpolitik der Warenkreditversicherungen“, so Ritter.

Schwierigkeiten bei der Refinanzierung von Forderungen treten auch in der Pandemiekrise sehr selten auf. 95,2 Prozent der im BFM organisierten Factoring-Gesellschaften können sich weiterhin ohne Probleme Kapital beschaffen. Allerdings ist das Volumen der eingereichten Forderungen krisenbedingt zurückgegangen. Die stärkste Veränderung lässt sich im Monat April mit einem Minus von 13,2 Prozent feststellen. Befragt nach Branchen, die zukünftig besonders unter den Kriseneffekten leiden werden, nennen die BFM- Mitglieder übereinstimmend Gastronomie, Hotel- und Reisebranche (100 Prozent). Schwere Zeiten sehen sie auch für Zulieferer (85,7) und Produzenten (81) in der Automobilindustrie. Die Sonderumfrage des BFM wurde zwischen dem 7. und 18. Mai 2020 unter den Mitgliedern erhoben.

 

Berlin, 26. Mai 2020

Verbände-Allianz fordert weitere Liquiditätshilfen für Mittelstand und Verbraucher

  • Initiative der Verbände für Leasing, Factoring, Freie Berufe, Franchise, Fuhrparkmanagementgesellschaften sowie des Bankenfachverbands

  • Forderung für die Factoring-Branche: pauschale Aufstockung der zum Ende 2019 bestandenen Limite der Warenkreditversicherung um 100 Prozent

Eine Allianz aus sieben Verbänden, unter ihnen der BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand, fordert weitere Liquiditätshilfen für den Mittelstand, die über das bisher angestoßene Hilfsprogramm der Bundesregierung hinausgehen. Ziel der Initiative ist es, bestehende Finanzierungen abzusichern, um Kunden unterstützen zu können, ohne selbst Liquiditätsengpässe zu erleiden. Dazu sind gemeinsame Forderungen in einem Schreiben an den Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzminister gerichtet worden.

„Für die mittelständische Factoring-Wirtschaft begrüßen wir die bisher geplanten Maßnahmen der Bundesregierung ausdrücklich. Es sind aber weitere Schritte erforderlich, um die Stabilität der Finanzpartnerschaften in unserer Branche zu gewährleisten. Wesentlich ist dabei die Absicherung ausgeweiteter Zahlungs- ziele“, so Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des BFM. „Factoring-Institute leisten einen wichtigen Beitrag, um Tausende KMU mit Liquidität zu versorgen. Wir werden uns, auch gemeinsam mit anderen Verbänden, weiterhin dafür einsetzen, dass möglichst viele kleine und mittlere Unternehmen einen Zugang zu bankenunabhängiger Finanzierung behalten.“

Eine zentrale Forderung der Verbände-Allianz ist ein KfW-abgesichertes Stun- dungsmodell für Leasing- und Mietkaufraten, um Kunden schnell und unbüro- kratisch zu unterstützen. Da Leasing-Güter meist über Banken und fristen- kongruent refinanziert sind, bedarf es einer Ausfallgarantie für die gestundeten Raten.

Refinanzierung sichern

Je länger die Phase des „Shutdowns“ andauert, desto belastender wird die wirtschaftliche Situation auch für Banken und Finanzdienstleister. Letztlich könnten Stundungen in Milliardenhöhe notwendig sein, woraus in kürzester Zeit ein potenzielles systemisches Risiko für die gesamte Finanzbranche erwachsen könnte. Daher sollten auch Kreditgeber zinslose staatlich garantierte Liquiditätshilfen in dem Umfang in Anspruch nehmen können, wie sie ihren Kunden Finanzierungsverpflichtungen stunden. Ebenso müssen die Refinanzierungslinien von Leasing-Gesellschaften und Factoring-Unternehmen abgesichert sein. Denn nur durch eine gesicherte Refinanzierung kann der zur Verfügung gestellte Kapitalbedarf von mittelständischen Unternehmen, Selbständigen und Freiberuflern gesichert werden.

Absicherung von Zahlungszielausweitung

Für Factoring-Institute, die unter anderem für den Handel und das produzierende Gewerbe essentielle Forderungen vorfinanzieren und dazu beitragen, Lieferketten aufrechtzuerhalten, fordert die Verbände-Allianz eine staatlich pauschale Aufstockung der zum 31.12.2019 bestandenen Limite der Warenkreditversicherung um 100 Prozent. Denn infolge des „Shutdowns“ entfallen Händlereinnahmen und die Bezahlung von Vorlieferanten. Händler und produzierendes Gewerbe finanzieren die vom Lieferanten bezogene Ware über gewährte Zahlungsziele, Lieferanten sichern das Ausfallrisiko über Warenkreditversicherungen oder Factoring-Institute ab. Eine Ausweitung des Zahlungsziels zur Liquiditätssicherung muss daher entsprechend kompensiert werden.

KfW-Förderprogramme öffnen

Darüber hinaus sollen sowohl der KfW-Unternehmerkredit als auch das KfW- Sonderprogramm für Leasing-Gesellschaften geöffnet werden, denn bisher haben Leasing-Gesellschaften keinen direkten Zugriff auf die Förderprogramme der KfW. Zum einen sollen Leasing-Gesellschaften die Förderkredite für ihr Unternehmen selbst beantragen können, zum anderen sollen Leasing-Raten als Betriebsmittel vom Förderkredit abgedeckt werden.

 

Informationen zum Verband BFM: https://www.bundesverband-factoring.de/ Berlin, 26. März 2020

Branchenzahlen 2019

Stabiles Wachstum: plus 8,7 Prozent beim Factoring im Mittelstand

Der Markt für Factoring im Mittelstand verzeichnet erneut ein kräftiges Wachstum. 2019 erhöhte sich das Ankaufvolumen um 8,7 Prozent, nachdem es im Vorjahr um 9 Prozent angestiegen war. Diese Marktentwicklung ermittelte der BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand, Berlin, unter seinen Mitgliedsunternehmen. „Unsere Branche ist von einer erfreulichen Stabilität gekennzeichnet, die der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung oftmals entgegenläuft. Im zweiten Halbjahr 2019 war der Aufwärtstrend am stärksten, weil sich die Kundenstruktur beim mittelständischen Factoring noch einmal erweitert hatte“, so Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des BFM.

Vor dem Hintergrund der eingetrübten Konjunktur gewinnt Factoring weiter an Gewicht. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben unter Zahlungsausfällen zu leiden. Durch den Ausfallschutz beim Factoring können sie ihre Liquidität zuverlässig planen. „Vielen KMU macht auch der Fachkräftemangel zu schaffen“, so Ritter. „Daher lagern sie vermehrt Prozesse aus, etwa das Debitorenmanagement. Hier kann Factoring über das Full-Service-Modell nützliche Ressourcen erschließen.“

Freiheit und Sicherheit bei Finanzentscheidern gefragt

Wie hoch die Akzeptanz von Factoring vor allem im Mittelstand ist, zeigt auch die repräsentative Studie, die der BFM alle zwei Jahre erheben lässt. Immer mehr Finanzentscheider können sich demnach vorstellen, neben dem klassischen Kredit weitere Instrumente für die Unternehmensfinanzierung einzusetzen. Sechs von zehn KMU (62%) wünschen sich mehr Unabhängigkeit von ihrer Hausbank. 56 Prozent halten den regresslosen Schutz vor Forderungsausfall für einen wesentlichen Vorteil von Factoring. Ebenso viele schätzen das umsatzkongruente Prinzip einer strategisch eingesetzten Forderungsfinanzierung.

Zunehmende Nutzung von Factoring erwartet

Auch für das laufende Jahr zeichnet sich Wachstum im Mittelstands-Factoring ab. 66 Prozent der vom BFM befragten Gesellschaften rechnen mit einer Aufwärtsbewegung, 22 Prozent mit gleichbleibenden Umsätzen für ihr Unternehmen. 72 Prozent der mittelständischen Factors erwarten ein wachsendes Neukundengeschäft, 28 Prozent ein konstantes. „Dass keiner der befragten Anbieter von einer rückläufigen Entwicklung beim Neugeschäft ausgeht, ist ein starkes Signal“, erklärt Ritter. „Unsere Mitglieder arbeiten mit großer Praxisnähe zu ihren Kunden. Ihr Konzept bewährt sich immer wieder neu, auch in Zeiten einer zunehmend digitalisierten Finanzwelt: Gute Kommunikation mit den Kunden führt zu bedarfsgerechten Modellen für die Umsatzfinanzierung.“ Derzeit setzen laut BFM-Erhebung mehr als 7.000 KMU das Instrument Factoring ein.

Über den Verband

Der BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand e.V. ist die Interessenvertretung und Kommunikationsplattform für mittelständische Anbieter in Deutschland. In dem Verband haben sich qualitätsorientierte, oft inhabergeführte Factoring-Gesellschaften organisiert, die auf die Umsatzfinanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen spezialisiert sind. www.bundesverband-factoring.de

 

Berlin, 18. Februar 2020

Quellen: Verbandsumfrage BFM (Geschäftsjahr 2019) und BFM Factoring-Studie 2019 (repräsentative Befragung im Auftrag des BFM, durchgeführt von Kantar TNS unter 1.653 KMU bis 50 Mio. Euro Umsatz)

Wachstum im Mittelstand

Neue Impulse für Wachstum im Mittelstand: Factoring

  • Interesse an Liquidität, die mit dem Umsatz wächst (55%)
  • Forderungsverkauf in KMU zunehmend geplant (plus 4%)

Wachsende Unternehmen im Mittelstand brauchen einen schnellen und unbürokratischen Zugang zu Finanzmitteln – eine Anforderung, der das Instrument Factoring in hohem Maße entspricht. 18% der Entscheider in KMU erwägen, ihre Liquidität in Zukunft durch Factoring zu erhöhen. Zwei Jahre zuvor waren es 14%, wie eine repräsentative Studie des Bundes- verbands Factoring für den Mittelstand (BFM) ergab.

Weil mit steigendem Umsatz auch das Volumen der Finanzierung wächst, lässt sich Factoring besonders effizient in Wachstumsphasen einsetzen. Das umsatzkongruente Prinzip ist für 55% der Entscheider im Mittelstand interessant, so der BFM, vor allem in den Branchen Im- und Export (78%), im verarbeitenden Gewerbe (69%) und im Handel (58%). Unternehmen, die einen hohen Liquiditätsbedarf haben, nutzen oftmals in Kombination mit Kreditlinien die Flexibilität von Factoring. Als zentralen Vorteil bewerten Finanzentscheider auch den regresslosen Schutz vor Zahlungsausfall, der mit der Abtretung beim Forderungsverkauf verbunden ist (56%).

Factoring-Quote in Deutschland unter europäischem Durchschnitt

Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn ist Factoring hierzulande noch wenig verbreitet. Zwar stieg seit 2009 die Factoring-Quote in Deutschland von 4% auf 7,3% an. Sie liegt aber immer noch deutlich unter dem Durchschnittswert in der EU, der 10,9% beträgt. Die Factoring-Quote stellt die Relation von Factoring-Umsatz und Bruttoinlandsprodukt dar. In Europa liegt Großbritannien mit einer Quote von 13,9% vor Italien (13,1%), Spanien (12,4%) und Frankreich (12,3%). „Kennzeichnend für den deutschen Markt ist der hohe Zuwachs im Segment Mittelstand“, erklärt Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des BFM. „Wir erwarten, dass sich

die Aufwärtsbewegung der letzten Jahre fortsetzt. Das gilt trotz der abgeschwächten Wirtschaftsleistung in Deutschland. Zuletzt gingen 75% unserer Verbandsmitglieder von einer guten Entwicklung beim Neukundengeschäft aus.“


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Berlin, 16. August 2019

Quelle Studien: BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand / Kantar TNS. Repräsentative Befragung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von unter 50 Mio. Euro. Die letzte Untersuchung wurde auf Basis von 1.653 Interviews im Oktober 2018 durchgeführt, die Vergleichsstudie 2016, beide durch Kantar TNS. https://www.bundesverband-factoring.de/ Quelle Factoring-Quoten: EU Federation Factoring and Commercial Finance

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