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Wie entwickelt sich das mittelständische Factoring in Zeiten von Corona? „Erste Trends lassen sich aus unserer Sonderumfrage ablesen. 

So bestätigen 57,1 Prozent der Factoring-Gesellschaften eine Ausweitung der gewährten Zahlungsziele und 52,4 Prozent einen Anstieg der Forderungslaufzeiten“, berichtet Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM). Hintergrund: Viele Factoring-Nutzer wünschen sich in der schwierigen Lage eine längere Ausnutzung von Linien. Sie müssen bei immer mehr Kunden mit Verzug rechnen oder möchten ihnen längere Zahlungsziele einräumen. „Die Umfrage zeigt, dass Factoring-Gesellschaften diesem Wunsch zum Teil folgen und damit die Handlungsfähigkeit ihrer Kunden stärken konnten. Voraussetzung ist allerdings eine entsprechende Limitpolitik der Warenkreditversicherungen“, so Ritter.

Schwierigkeiten bei der Refinanzierung von Forderungen treten auch in der Pandemiekrise sehr selten auf. 95,2 Prozent der im BFM organisierten Factoring-Gesellschaften können sich weiterhin ohne Probleme Kapital beschaffen. Allerdings ist das Volumen der eingereichten Forderungen krisenbedingt zurückgegangen. Die stärkste Veränderung lässt sich im Monat April mit einem Minus von 13,2 Prozent feststellen. Befragt nach Branchen, die zukünftig besonders unter den Kriseneffekten leiden werden, nennen die BFM- Mitglieder übereinstimmend Gastronomie, Hotel- und Reisebranche (100 Prozent). Schwere Zeiten sehen sie auch für Zulieferer (85,7) und Produzenten (81) in der Automobilindustrie. Die Sonderumfrage des BFM wurde zwischen dem 7. und 18. Mai 2020 unter den Mitgliedern erhoben.

 

Berlin, 26. Mai 2020

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